Eröffnung der Ausstellung „Welcome“ der Angewandten Kunst bei der GEDOK München
September 2026 – Vergangene Woche durfte ich bei der Vernissage zur Ausstellung „Welcome“ der Angewandten Kunst in der GEDOK Galerie München ein paar einleitende Worte sprechen – ein besonderer Anlass, denn die GEDOK feiert in diesem Jahr ihr hundertjähriges Bestehen.
Hundert Jahre GEDOK bedeuten auch: hundert Jahre Netzwerkarbeit für Künstlerinnen. Gründerin Ida Dehmel hatte bereits 1926 erkannt, dass Frauen in der Kunst sichtbar gemacht und miteinander vernetzt werden müssen – denn von selbst geschieht das bis heute nicht. Der Gender Pay Gap in der bildenden Kunst liegt bundesweit weiterhin bei rund 30 Prozent und auch Führungspersonen in Kulturinstitutionen sind nach wie vor mehrheitlich männlich. Das ist kein Zufall, sondern ein strukturelle Problem, dass es politisch zu lösen gilt.
Umso wichtiger ist die Arbeit der GEDOK: Mit heute mehr als 340 Mitgliedern und stetigem Zuwachs ist sie ein lebendiger Gegenentwurf zu Verbänden, die sich nicht verjüngen können. Hier wird gelebt, was oft nur proklamiert wird: Offenheit, Austausch, gegenseitige Unterstützung.
Gleichzeitig war mir wichtig zu betonen: Frauenförderung darf kein reines „Frauenthema“ bleiben. Von echter Gleichstellung profitieren alle Geschlechter, weil enge Rollenbilder alle einschränken und weil Vielfalt gerade in den Künsten unverzichtbar ist.
Bei „Welcome“ zeigen sieben Künstlerinnen – Katharina Andress, Sarah Cossham, Kiw-Hae Kim, Sandra Loebich, Stephanie Morawetz, Romina Ried und Anja Thalmeier – die ganze Bandbreite der Angewandten Kunst, in Material und Handwerk. Ein Besuch lohnt sich!
Mehr Infos zur Ausstellung gibt es hier.